Chronik
Kurze Chronik der Zusammenarbeit mit dem IdF NRW
An der Bergischen Universität Wuppertal
2025: Beginn der Kooperation zwischen IdF NRW und der Bergischen Universität Wuppertal
Seit 2025 existiert ein Kooperationsvertrag zwischen dem IdF NRW und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW), der neuen akademischen Heimat von Projektleitung Prof. Dr. Meinald Thielsch und Dr. Mira von der Linde. Dies ist die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation zwischen Psychologie und IdF NRW. Seit Oktober 2025 finden zwischen IdF NRW und BUW bereits Folgeprojekte statt. Die Schwerpunkte für diesen neuen Abschnitt der Kooperation sind vor allem neue Technologien, Personalentwicklung und die Aus- und Fortbildung von Führungskräften, insbesondere in Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt.
Die gemeinsame Forschung mit dem IdF NRW zeigt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Feuerwehr sein kann: Im Zentrum steht eine effektive Symbiose aus praxisrelevanten, psychologischen Fragestellungen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen – zum Nutzen der Feuerwehr und der Sicherheit der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Neben der Veröffentlichung in renommierten wissenschaftlichen Journals erscheinen regelmäßig praxisnahe Beiträge in Fachzeitschriften – so etwa zuletzt zum Thema „Motivation von Helfenden im Ehrenamt“.
- Innovative Technologien in der Feuerwehr (IT-Fw)
Das Projekt IT-Fw untersucht den Einsatz innovativer Technologien in der Feuerwehr. Zusätzlich geht es um deren Bedeutung für die Ausbildung von sowie Akzeptanz und Nutzung durch Einsatz- und Führungskräfte.
Im Mittelpunkt stehen Analyse und Bewertung der Nutzung aktueller sowie zukünftiger Technologien, insbesondere im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in Ausbildung und Einsatz. Dabei wird untersucht, wie klassische Lehrmethoden sinnvoll mit digitalen Ansätzen kombiniert werden können, um Resilienz und Handlungssicherheit zu stärken. Besonderes Augenmerk gilt Führungskräften, die regelmäßig in komplexen Lagen tätig sind. Hier soll geklärt werden, wie technologische Unterstützung effektiv integriert werden kann.
Nach IT-FW folgen zwei Projekte in der Kooperation zwischen dem IdF NRW und der BUW.
- Top-BOS: Topmanagement in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
- Im Projekt Top-BOS liegt der Schwerpunkt auf der Förderung der Sicherheit in Deutschland durch Forschung zur Ausbildung und Arbeitsrealität der obersten Führungsebene der Feuerwehr (Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt).
- SPE-HR: Strategische Personalentwicklung in der Hochrisikoarbeit
- Schwerpunkt: Das Projekt SPE-HR beschäftigt sich mit zentralen Aspekten der strategischen Personalentwicklung, insbesondere mit der Fehler- und Feedbackkultur, Einsatznachbesprechungen der Feuerwehr sowie der nachhaltigen Sicherung von Lernergebnissen. Ebenso von Bedeutung sind die Qualitätssicherung und Fortbildung der Führungskräfte innerhalb der Feuerwehr.
An der Universität Münster (2015-2025)
2015: Beginn der Zusammenarbeit
Neue Vorgaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums machten im Jahr 2015 eine Überarbeitung der bisherigen Führungskräfteaus- und Fortbildung am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) erforderlich. Dies betraf zum einen die Vereinheitlichung der Ausbildung von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Gruppenführern. Zum anderen wurden die Lehrgänge für ehrenamtliche Zugführer von drei auf zwei Wochen verkürzt.
Für die Erprobung dieser neuen Lehrgangskonzepte wurde ein Messinstrument benötigt, welches einen Vergleich zwischen den bisherigen Lehrgängen und den neuen Konzepten ermöglichen sollte. Auf Initiative des IdF NRW kam es zur Zusammenarbeit mit der Organisationspsychologie der Universität Münster. Gemeinsam setzte man sich das Ziel, ein Instrumentarium zu entwickeln, das den von Lehrgangsteilnehmenden erlebten praktischen Nutzen von Lehrgängen aller Art erfassen kann. So entstand das Kooperationsprojekt FIRE – Feedback-Instrumente zur Rettungskräfte-Entwicklung zwischen der Universität Münster und dem IdF NRW.
2015 – 2019: Entwicklung mehrerer Evaluationsinstrumente
Auf Basis von einschlägiger Literatur und Interviews mit Dozent*innen sowie mit Lehrgangsteilnehmer*innen des IdF NRW wurde zunächst der FIRE-Kernfragebogen entwickelt und anschließend validiert (Schulte & Thielsch, 2019). Mithilfe dieses Fragebogens konnten belastbare Informationen über das Abschneiden des neuen Lehrgangskonzepts erhoben werden.
Aufgrund des erfolgreichen Einsatzes des FIRE-Kernfragebogens folgte die Entwicklung weiterer FIRE-Fragebögen, z.B. für die Evaluation von Tagesseminaren oder Prüfungen. Außerdem wurden Zusatzmodule erstellt, die beispielsweise für die Evaluation von einzelnen Gruppenarbeiten oder Einsatzübungen eingesetzt werden können.
Viele Studierende der Psychologie engagierten sich in diesem Zeitraum im Projekt und besuchten im Rahmen von Exkursionen oder Abschlussarbeiten das IdF NRW. Insgesamt konnten bisher sieben Exkursionen sowie 22 Bachelor- und Masterarbeiten (teils noch laufend) inklusive meist mehrtägiger Hospitationen verwirklicht werden.
2019 – 2022: Vertiefung der Zusammenarbeit in FIRE II
Bereits im Jahr 2018 trafen das IdF NRW und die Organisationspsychologie der Universität Münster die Vereinbarung, ihre Kooperation auszubauen. Von 2019 bis 2022 lief das Projekt FIRE II. Dieses Projekt sollte es ermöglichen, die Wirksamkeit der Lehrgänge des IdF NRW über längere Zeiträume hinweg zu betrachten. Außerdem stand die Forschung zu Teamarbeit und Führung in Hochrisiko-Kontexten im Vordergrund.
Anfang 2021 ist das Online-Befragungspanel FIRE Feedback an den Start gegangen. Über das Panel werden seitdem speziell auf Einsatzkräfte zugeschnittene wissenschaftliche Umfragen und Studien, auch über längere Zeiträume, durchgeführt.
2023 – 2025: Kompetenzen wissenschaftlich erfassen – FIRE III
Zentrale Anliegen des FIRE-Projekts in Projektphase III (ab Anfang 2023) waren die Identifikation und Erforschung der Kompetenzen, die Feuerwehrführungskräfte auf verschiedenen Ebenen benötigen. Im Laufe dieses Projekts wurden zahlreiche Studien zu Führungsqualifikationen durchgeführt, etwa zu Gruppen-, Zug- und Verbandsführenden. Die daraus entwickelten Kompetenzmodelle sollen langfristig dazu beitragen, die Ausbildung zu vereinheitlichen und wissenschaftlich zu fundieren.
Die Evaluation der Ausbildung für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst (Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt) kombiniert Elemente der FIRE-Toolbox mit einem eigens entwickelten Kompetenzmodell für Beamt*innen des höheren feuerwehrtechnischen Diensts und liefert dem IdF NRW sowie weiteren Bildungsträgern wertvolle Impulse zur Optimierung der Ausbildung. Gleichzeitig ermöglicht sie die gezielte Forschung mit Spitzenführungskräften der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr.